Blogparade: Rettet die Blogroll!

Bei seinem letzten Streifzug durch die Blogosphäre ist Tim Krischak aufgefallen, dass viele Blogs gar keine Blogroll mehr haben. Und so hat er kurzerhand und ganz zweinullig zur Blogparade: Blog’n Roll – Rettet die Blogroll aufgerufen. Diesem Ruf folge ich natürlich gerne, zumal ich die Beiträge von Tim vor allem auf  Twitter gerne lese und ihn im Social Web als kompetenten Berufskollegen wahrnehme. Gleichzeitig nutze ich dies auch als Gelegenheit, zum ersten Mal bei einer Blogparade dabei zu sein. Schwierig ist das nicht, denn Tim hat die Spielregeln klar festgelegt. Und so geht’s:

  1. Blogparade: Rettet die BlogrollErkläre in Deinem Artikel kurz die Funktion der Blogroll.
  2. Verlinke in dem Beitrag auf diesen Artikel oder hinterlasse den Link zu Deinem Beitrag als Kommentar.
  3. Stelle die Blogs aus Deiner Blogroll vor. Schreibe kurz wer der Blogger ist und warum Du ihn gerne liest. Wer sehr viele Links in seiner Blogroll hat, beschränkt sich einfach auf seine Lieblingsblogs. Schön wären Blogs, die noch nicht so bekannt sind.
  4. Wenn Ihr Euch bewusst gegen eine Blogroll entschieden habt, dann schreibt doch aus welchen Gründen.

Klar habe ich eine Blogroll, sie ist aber aus Designüberlegungen weder in der Sidebar noch in der Fusszeile, sondern auf einer eigenen Seite unter Know how untergebracht. Für mich erfüllt die Blogroll gleich mehrere Aufgaben:

  • Sie gibt mir die Gelegenheit, meinen Lesern zu zeigen, auf welche Quellen in gerne baue und wer mich in meiner Denke beeinflusst.
  • Mein Blog aus der Kommunikationswelt zu PR, PR 2.0 und Social Media soll insbesondere auch Menschen, die den Einstieg suchen, eine Orientierung bieten. Ich zeige ihnen, welche Quellen für sie ebenfalls interessant sein können.
  • Der Schritt von Social Media zum Social Web geschieht über die Vernetzung. Der Blog bleibt ein einsames Wesen, wenn er nicht Teil eines Netzwerkes ist. Dies erreicht man nicht nur über die Verlinkungen im Text und über Kommentare, sondern auch durch die Referenzierung mit einer Blogroll.
  • Mir selber verhelfen Blogrolls auf anderen Seiten zu neuen Entdeckungen, wie beispielweise der sehr wertvolle Beitrag von Frank Hamm. zur Blogparade. Sie geben mir aber auch die Sicherheit, in meinem Reader die relevanten Quellen versammelt zu wissen.
  • Und natürlich tut die gegenseitige Verlinkung jedem Blog auch aus Suchmaschinen-technischer Perspektive gut.

Etwas schwieriger ist die Qual der Wahl, schliesslich will ich den Rahmen nicht sprengen. Darum stelle ich nur wenige meiner aktuellen Lieblingsblogs vor, wobei mein Google Reader täglich Beiträge von etlichen weitern Blogs ausspuckt.

  • Das Textdepot von Thomas Pleil: Er lehrt Public Relations an der Hochschule Darmstadt. Sein Blick aus der Perspektive der Wissenschaft hilft mir, Struktur in komplexe Zusammenhänge zu bringen. Er ist sehr engagiert (das Vorwort zu PR im Social Web verdanken wir ihm) und so beschränkt er sich zurzeit darauf, die Perlen aus dem Internet zu seinem Kernthema zu publizieren.
  • Talkabout: Dieser Name ist bei Mirko Lange Programm: „Sprechen wir darüber!“ Ich lese gerne Blogs, die hinterfragen, polarisieren, provozieren, und zum Nachdenken oder mitdiskutieren anregen. Hier finde ich alles. Wer bei Mirko Lange in die Kommentare schaut weiss, wovon ich spreche.
  • Medialdigital von Ulrike Langer gibt mir wichtige Impulse aus der journalistischen Perspektive. Sie deckt ihr Fachthema konsistent und ohne unnötige Effekthascherei ab. Auch wenn manche Beiträge zuweilen länger ausfallen, weiss ich aus Erfahrung: dran bleiben lohnt sich, die Erkenntnisse sind die investiere Lektürezeit jedes Mal wert.
  • Das Kulturmanagement Blog gehört zu jenen Fachblogs, für das ich mir gerne Zeit nehme, auch wenn sie mal eng ist. Ich begegne Christian Henner-Fehr nicht nun in seinem Blog, sondern auch in Kommentare in anderen Blogs als differenzierten und fundierten Kenner seines Fachs.

Aus der Schweiz lese ich gerne den bernetblog der gleichnamigen PR Agentur Bernet PR. Natürlich fehlt in meiner Lektüre auch mein Co-Autor Tapio Liller mit dem Blog Open Source PR nicht. Und beeindruckend breit abgestützt mit vielen wertvollen Beiträgen publiziert Daniel Rehn mit Daniel Rehn – digitales & reales. Dass Blogs zur eine von zahlreichen Möglichkeiten sind, um sich auszutauschen und zu Wissen zu kommen, habe ich kürzlich in einem Beitrag bei O’Reilly aufgezeigt.

Blogroll enthält das englische Wort „roll“ und ich verstehe es im Doppelsinn. Einerseits kann man hinter dem Begriff die alte Schriftrolle sehen, auf der fein säuberlich wichtige Einträge gemacht wurden. Auf der anderen Seite bedeutet das Verb „to roll“ auch, dass wir es mit einer ständigen Vorwärtsbewegung zu tun haben. Meine Blogroll ist nicht in Zement gegossen, das Spiel nie gemacht, neue Blogs sind herzlich willkommen. Ich freue mich über Tipps zu Blogs, die ich noch nicht in meiner Blogroll habe, die sich aber mit PR 2.0 und der Kommunikation im Social Web befassen oder einfach wirklich gut gemachte Unternehmensblogs sind.

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8 Kommentare zu “Blogparade: Rettet die Blogroll!

  1. Als Blog-Frühstarter (zumindest für CH-Verhältnisse) hatten wir natürlich einen Blogroll. Gehörte damals einfach dazu. Wie haben alle gebuhlt um möglichstes Erscheinen in dieser Liste, schliesslich hing das Technorati-Ranking von den Links ab. Tja, beim letzten Redesign ist der Blogroll rausgefallen. Aber Dein Anstoss inspiriert mich zu einer Liste im Impressum. Ick arbeite dran! Danke für die Erwähnung hier im Beitrag und schön, dass wir auf deiner Leseliste sind.

  2. Wir hatten noch nie eine Blogrolle. Wir werden auch nie eine haben. Schon weil die ellenlang wäre und wir doch unzählige Blogs übergehen müssten.
    Wenn aber irgendwann mal jemand aufsteht und laut ausruft „Rettet den Trackback!“ dann schließ ich mich sofort an.
    Der ist u.a. im Hinblick auf SEO sowieso viel mehr wert als ein Link aus der Blogrolle.

  3. Ich finde es schade, weil es ja auch ein Dienst am Leser ist. Natürlich sind Trackbacks toll, ich denke, dass man dafür vor allem die Blogger dafür sensibilisieren sollte, die jetzt damit anfangen. Insbesondere Corporate Blogs erfahren durch die breitere Abstützung eine Aufwertung. Ich habe bisher nicht systematisch geschaut, wie weit Corporate Blogs verlinken, vermute aber eher mal spärlich.

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