The New York Botanical Garden: Wie sich die Pflanzen im Social Web verbreiten.

29. Mai 2013 | Von | Kategorie: Aus der Praxis

NYBG ConservatoryPoolHORIZONTAL-JD1Wann waren Sie zum letzten Mal in einem Botanischen Garten? Keine Ahnung? Eine halbe Ewigkeit? Dann wird es höchste Zeit für eine grüne Pause. Jetzt!

„Wow!“ war meine erste spontane Redaktion beim Besuch der Seite des New York Botanical Garden (NYBG) von dem ich kürzlich in Amsterdam an einem Kongress  gehört habe. Besonders gelobt wurde er für seine zahlreichen, kräftig spriessenden Social Media-Auftritte. Da ich mich gleichermassen gerne von gut gemachten Auftritten inspirieren und von Blumen verzaubern lasse, habe ich mich auf den virtuellen Rundgang gemacht.

  • Website: Hier wird schon auf der Startseite mit Bild-Slidern gezeigt, was der NYBG zu bieten hat: Ein Familienpicknick für essbaren Pflanzen im Juni, eine Ausstellung mit Pflanzenskulpturen, Kursangebote für Erwachsene. Besonders angetan haben es mir die Healing Plants, die im Garten von Mai bis Oktober gezeigt werden: Die Idee, Blumen und Pflanzen in Medikamentenkapseln zu packen, gefällt mir sehr gut.
  • Blog: Auf Plant Talk stehen Themen rund um den Garten im Zentrum, aber auch der Blick hinter die Kulissen gehört dazu. Hier schreiben Mitarbeiter, ehrenamtliche Helfer, Besucher, Pflanzenliebhaber und Studenten.
  • Facebook:  Die Seite zählt über 43’000 Fans, mit einer ansprechenden Interaktionsrate von 4.1%. Besonders auffällig sind die vielen Beiträge mit Fotos, die von Nutzern gepostet werden. Gut gemacht: NYBG verweist hier auf seine zahlreichen anderen Engagements.
  • Twitter:  über 20’100 Follower bekommen regelmässig neue News, aber nicht nur als Broadcast sondern auch in Form von zahlreichen Retweets durch den NYBG. Dies, aber auch die vielen „Gespräche“ zeugen davon, dass hier nicht nur gesprochen, sondern auch zugehört wird.
  • Tumblr: Die Beiträge in diesem Blog sind durchs Band kürzer, NYBG geht damit dahin, wo er sein Publikum vermutet und fordert auch auf: „Send us pictures, quotes, links, video, and text that you would like considered for posting„.
  • YouTube:  Der Kanal ist bereits an das neue Design angepasst , der Besucher wird mit einem Willkommens-Video begrüsst und durch den Park geführt. Das neue YouTube Design hat es mit sich gebracht, dass Nicht-Abonnenten mit einem solchen Kanal-Trailer begrüsst werden können. Bereits über 630 Pflanzenfreunde haben sich die Videobotschaften abonniert, seit Oktober 2007 verzeichnet der Park über 830’000 Aufrufe.
  • Flickr:  Wer das neue Design von Flickr  noch nicht angeschaut hat, soll das jetzt unbedingt nachholen. Es erwartet ihn  beim NYBG eine bunte Pflanzen-Pracht, aber schon einen Klick weiter herrscht bei den Sets thematische Ordnung. Besonders spannend jedoch ist der Gruppen-Pool. Hier sind nur Mitglieder zugelassen, die Bilder über den NYBG posten: 622 Mitglieder haben bis heute 18’678 Bilder hochgeladen.
  • Instagram:  Was wäre ein solcher Garten ohne Instagram. Hier wird man aber nicht mit einer stereotypen Beschreibung begrüsst, NYBG überlässt nichts dem Zufall und weist schon in der Bio auf die Spezialausstellung der Heilpflanzen hin. 100 Herzchen pro Bild sind fast die Regel, kein Wunder, lässt der Account den Charme nicht vermissen: „Just in case no one has given you roses yet today, happy Valentine’s Day from us to you!“ (112 gefällt mir, drei Kommentare). Da dürften auch die 2’123 Anhänger bald zahlreicher werden.
  • Pinterest:  Blühende Bäume, Kräutergarten, Magnolien oder Monet’s Garten, unzählige Pinnwände locken über spezielle Themen an und natürlich fehlen auch hier die Wild Medicine and Healing Plants nicht. Die Vernetzung spielt der NYBG über das Board „From our Visitors“ . 4’770 Nutzer haben beschlossen, dem New York Botanical Garden auf Pinterest zu folgen.
  • Foursquare:  NYBG wäre kein New Yorker-Garten, wenn er sich nicht bei Foursquare etabliert hätte, dessen Hochburg ja in New York ist. Hier werden nächste Events angezeigt, der NYBG ist auf 214 Listen geführt, u.a. auf der NYC insider’s tips  und von den insgesamt 5’862 Besuchern haben 90 einen Tipp und 772 ein Foto aus dem Park hinterlassen.
  • Google+:  zeigt auch eine regelmässige Aktivität des NYBG und wer auf die Info klickt, stösst auf 36 Erfahrungsberichte.  1’124 mal wird der New York Botanical Garden in anderen Kreisen geführt. Die Aktivität der Leser hält sich allerdings in Grenzen, da und dort mal ein Plus, kommentiert wird spärlich.

Und? War’s das? Nein!

  • iPhone App  Der Garten ist auch auf dem iPhone dabei mit Besucher-Informationen, Hinweisen zu Spezialausstellungen, Rundgängen für Familien, Rosengärten und Blumen-Kunstwerken. Als Androide konnte ich mir diese App nicht näher anschauen, das überlasse ich gerne meinen Lesern.

Alles in allem ein gelungenes und professionell betriebenes Portfolio an Online-Präsenzen. Um zu erfahren, welche Manpower dahintersteckt, habe ich mich überwunden und das schrecklich einsnullige Kontaktformular  ausgefüllt. Die Antwort steht noch aus und wird hier nachgetragen, sobald ich sie habe. Natürlich hätte ich das auch schneller über Twitter lösen können, aber nach all den Pflanzen und Bäumen hat es mich zu den Wurzeln des Internets zurückgezogen. 

Update (29.5.13/21:37h)

Ich habe diesen Beitrag kurz nach der Publikation  getwittert, in deutscher Sprache aber mit Nennung von The New York Botanical Garden. Darauf hin hat es keine zehn Minuten gedauert, bis dieser Tweet kam, der mein zweites “Wow!” in diesem Beitrag verdient:


Dann beschliessen wir den Rundgang durch den New York Botanical Garden und beenden die grüne Pause mit diesem 2 1/2-minütigen Video zum Thema Wild Medicine:

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