Nicht jeder Digital Native ist auch ein Resident

PR-Schaffende diskutieren immer wieder, wer denn nun die Kommunikation im Social Web übernehmen soll. Oft reduzieren sie diese Frage auf das Alter und stellen stark vereinfachend fest, dass eher junge Menschen im Social Web anzutreffen sind. Selber habe ich das in den engagierten Kreisen, in denen ich mich bewege, anders beobachtet. So bin ich froh, dass Peter Kruse mit seinem Referat an der re:publica 2010 dieser Debatte eine neue Dimension gegeben hat. Weniger wichtig ist das Alter, sondern vielmehr die vertretenen Werte. Die einen (Visitor) schauen immer wieder mal als Besucher vorbei und holen sich im Internet gezielt, was ihnen an Informationen noch fehlt. Die anderen (Residents) bewohnen das Social Web, knüpfen Kontakte, greifen gestaltend ein und erleben es hautnah mit. Dass diese Aufteilung nichts mit dem Alter zu tun hat, zeigt nachfolgende Grafik von Peter Kruse auf eindrückliche Weise.

In der Folge die Definition der Typologien:

Digital Immigrants Personen, die den Computer und das Internet erst später in der eigenen Medienbiografie kennengelernt haben. Sie tun sich daher im Umgang damit oft schwerer als Digital Natives. Der Begriff wurde geprägt von Marc Prensky.
Digital Native(s) Personen, die bereits ins digitale Zeitalter hineingeboren wurden. Durch ihre frühe Sozialisation mit neuen Medien wie dem Internet zeichnen sie sich durch einen selbstverständlichen Umgang mit diesen aus. Der Begriff wurde geprägt von Marc Prensky.
Digital Residents Personen, die ihren privaten und beruflichen Alltag weitgehend auf das Web abstützen. Sie bringen eine grosse Offenheit für den Austausch und die Kontaktpflege in der Online-Welt mit und wollen gestaltend eingreifen und hautnah miterleben.
Digital Visitors Personen, die nur dann ins Internet gehen, wenn sie schnell und aktuell praktische Informationen erhalten wollen. Beziehungen bauen sie erst in der realen Welt auf, bevor sie diese im Social Web weiter pflegen.

Das Referat von Peter Kruse ist übrigens gleichermassen temporeich, gehaltvoll und sehenswert. Wem das Tempo zu schnell ist, studiert die Folien.

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