Besuch im Siemens Newsroom Teil 2: Content-Planung und Abläufe

Content is King. Aber wie steht es um sein Königreich? Meist reichen ausgeklügelte Redaktionspläne nicht aus, so sie denn bestehen. Menschen müssen auch räumlich zusammenrücken. Siemens hat vor gut drei Jahren mit dem Newsroom einen neuen Weg beschritten, ich habe ihn mir in München angeschaut.  In diesem zweiten von drei Beiträgen geht es um die Content-Planung und Abläufe.

Im ersten Blogbeitrag habe ich Funktionen und Rollen im Newsroom beschrieben. Im dritten Teil werden Aufbau und Einbezug der Mitarbeitenden thematisiert.

Wie organisieren Sie die Content-Planung im Alltag?

Jeden Montagmorgen starten wir um 9 Uhr mit einem rund halbstündigen Meeting plus Telefonkonferenz und blicken auf die kommende Woche und über die Woche hinaus: welche Termine, Veranstaltungen und Aktivitäten stehen an? Ansonsten haben wir jeden Werktag um 9

Uhr eine „Morgenlage“. Dort wird kurz und knapp die Nachrichtenlage eingeordnet und die Termine des Tages besprochen. Damit haben alle Kollegen denselben Kenntnisstand für den Tag. Zudem haben wir dienstags einen internationalen Call mit den Kommunikationskollegen aus den größten Siemens-Ländern. Das richtet sich vor allem an die 30 „Lead Countries“, die für rund 85 Prozent des Umsatzes stehen. Ein gemeinsames Redaktionssystem haben wir noch nicht, das ist aber ein mittelfristiges Ziel.

Diese Meetings finden stehend an einem langen Tisch statt, im Blickfeld ein grosser Screen, was ist da drauf?

Siemens Newsroom Screen 4215Das ist unser „Fenster“ nach draussen, das sich jeder Kollege auch auf seinen Computer laden kann. Darauf befinden sich die aktuellen Nachrichten über unser Unternehmen, egal ob sie von uns gesteuert wurden oder ohne unser Zutun erscheinen. Hier findet man auch die Nachrichten, die über unsere Kanäle veröffentlich wurden und den dpa-Newsticker sowie eine aktuelle Grafik des Aktienkurses.

Es gibt wohl unterschiedliche Ansprüche: Wer entscheidet, was mit welchem Gewicht behandelt wird?

Wir verabschieden jährlich zum Start des Geschäftsjahres eine Themenarchitektur. Dies gibt den Rahmen für die weltweiten Kommunikationsaktivitäten und thematischen Schwerpunkte. Das ist eng mit dem Geschäft abgestimmt. An diesem thematischen Rahmen orientiert sich dann die Planung von Veranstaltungen und Aktivitäten – in Deutschland, aber auch global. Unsere neue konzernweite Struktur sieht vor, dass jede Division einen Businesspartner hat. Er ist der zentrale Ansprechpartner des Geschäfts für alle Kommunikationsaktivitäten. Die Verantwortung für die Umsetzung der internen und externen Kommunikation liegt in der Zentrale, also bei uns.

Wie funktioniert die inhaltliche Koordination und Qualitätssicherung über den Newsroom hinaus?

Beispielsweise jede Fachpressemeldung wird von uns freigegeben. Das ist viel Aufwand, aber für meine Kollegen und mich ist es wichtig zu sehen, ob sich die Themen auch für die Wirtschaftspresse oder andere Kanäle eignen. Es gibt in der Kommunikations-Abteilung zudem für jede Weltregion einen Ansprechpartner, der über relevante Presse-Aktivitäten informiert werden muss oder Freigaben erteilt.

Werden alle Corporate Inhalte hier im Newsroom produziert?

Nein, wir arbeiten in der Erstellung von Fotos, Bewegtbild oder Infografik auch mit externen Dienstleistern zusammen.

Welche Hürden es beim Aufbau eines Newsrooms zu überwinden gilt und auf welche Weise die Mitarbeitenden mit einbezogen und mit ins Boot geholt werden müssen lesen Sie im nächsten Beitrag. Sie finden in diesem dritten und letzten Beitrag auch die Bildergalerie mit Fotos aus dem Newsroom in München.

Haben Sie den ersten Beitrag dieser Serie gelesen? Teil 1: Funktionen und Rollen.

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