Besuch im Siemens Newsroom Teil 1: Funktionen und Rollen

Integrierte Kommunikation bedeutet, zunächst einmal holzschnittartig ausgedrückt, die maximale Abstimmung von Content im Unternehmen. Es gilt Silos abzubauen und eine Kultur der Ergänzung und Zusammenarbeit aufzubauen. Strukturen, Organigramme und Prozesse sind die Voraussetzung. Doch welche Rolle spielt die räumlich-organisatorische Lösung der Zusammenarbeit in der Kommunikation?

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Oliver Santen Head of PR and Technology Press bei Siemens

Siemens hat vor gut drei Jahren mit dem Newsroom einen neuen Weg beschritten. Seit Februar 2012 teilen sich ca. 50 Mitarbeiter, welche sämtliche Abteilungen der konzernweiten Kommunikation vertreten, einen Open Space in München. Oliver Santen, Head of PR and Technology Press, hat mir den Siemens Newsroom gezeigt. Aus dem Gespräch wurde klar: Eine solche Schaltzentrale aufzubauen ist ein Prozess bei dem inhaltliche, organisatorische, räumliche und personelle Fragen miteinander verschmelzen und in Etappen aufeinander abgestimmt werden müssen.

Aus diesem Gespräch ist dieser Beitrag in drei Teilen entstanden:

  1. Funktionen und Rollen im Newsroom
  2. Content-Planung und Abläufe
  3. Aufbau und Einbezug der Mitarbeitenden

Was Sie im ersten Teil dieses Beitrags lesen ist nicht von heute auf morgen entstanden. Oliver Santen teilt Erfahrungen aus einem Prozess bei dem konstantes Hinterfragen und Adaptieren wegweisend für den Erfolg sind.

Im Siemens Newsroom sitzen nicht alle Kommunikationsmitarbeiter, wer hat sich hier einen Platz ergattert?

Es sind alle Abteilungen der Kommunikation vertreten, aber vor allem Kollegen, die einen direkten, täglichen Bezug zum Alltagsgeschäft haben. So sind sie rasch reaktionsfähig, können sich schnell austauschen und Inhalte kurzfristig aufbereiten und intern sowie extern veröffentlichen. Das sind unter anderem die Finanzkommunikation, die Pressestelle, die interne Kommunikation und des Governance-Team. Wir haben hier 50 Arbeitsplätze sowie einige Plätze, die man kurzfristig nutzen kann.

Sie haben ein Governance-Team? Wie kann ich mir das vorstellen?

Das Team gibt es seit Oktober vergangenen Jahres, wird vom Kollegen Andreas Schwab geleitet, und ist eine grosse Arbeitserleichterung. Die Kollegen sind für die globale Koordination und Steuerung aller Kommunikations-Termine zuständig und führen diese zusammen. Dabei geht es nicht nur um Konferenzen, Management-Auftritte und relevante Veranstaltungen, sondern auch um die Festlegung und Gestaltung unserer wichtigsten Kommunikations-Themen, unserer Themenarchitektur.

Sie sagen, das Team gibt es erst seit letztem Herbst, was war vorher?

Das war eine wichtige Lektion, die wir gelernt haben: Wir sind mit dem Newsroom zunächst ohne einen klassischen Chef vom Dienst (CvD) gestartet, weil wir angenommen haben, dass sich der Newsroom durch seine Transparenz und die kurzen Wege quasi selbst steuert. Dann haben wir allerdings festgestellt, dass es doch eine koordinierende Einheit braucht und hatten zunächst einen CvD in Rotation geschaffen. Der CvD hatte jeweils für eine Woche Dienst und wurde von einer Abteilung gestellt. Das hat zwar Spass gemacht, weil man einen guten Querschnittsüberblick bekommen hat. Aber die Übergabe an den nächsten CvD war schlicht zu aufwendig. Heute übernimmt die Governance-Abteilung die klassischen CvD-Aufgaben.

Wie sieht die Aufgabenteilung im Newsroom aus?

Wir haben uns organisatorisch eng an der Siemens-Unternehmensstrategie orientiert. Neben der wichtigen Finanzkommunikation gibt es vier Themen-Teams, die unsere Geschäftsfelder abbilden. Sie sind für die interne sowie externe Kommunikation der Divisionen verantwortlich.

Oliver Santen teilt Erfahrungen aus einem Prozess bei dem konstantes Hinterfragen und Adaptieren wegweisend für den Erfolg sind.

Namentlich sind das die Teams „Elektrifizierung“, „Automatisierung“, „Infrastruktur“ sowie „Innovation und Konzernthemen“. Alle habe zudem „Digitalisierung“ im Titel, denn dieses zentrale Thema betrifft alle Geschäftsfelder von Siemens. In einem fünften Team werden unsere internen und externen Kanäle ausgesteuert und befüllt, wobei die Verantwortung für die Corporate Homepage und die Corporate Social Media Kanäle bei den Marketing-Kollegen liegt.

Welche Rolle spielt die interne Kommunikation und wie funktioniert die Koordination zum Vorstand?

Seit Oktober 2014 haben wir die interne und externe Kommunikation komplett zusammengelegt, denn es gibt nach unserer Auffassung keine Trennung von „extern“ und „intern“ mehr. Unser Kommunikationschef Stephan Heimbach berichtet an den Vorstandsvorsitzenden und nimmt an den Vorstandssitzungen teil. Der Austausch mit dem Management läuft über alle üblichen Kanäle. Wir freuen uns, wenn ab und zu auch mal ein Vorstand im Newsroom vorbei schaut.

Im nächsten Teil dieser Serie zum Newsroom von Siemens in München gehen wir ein auf das Thema Content-Planung und Abläufe.

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3 Kommentare zu “Besuch im Siemens Newsroom Teil 1: Funktionen und Rollen

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