Nachwuchs: Die Rolle der Lernenden in der Online-Kommunikation der GKB

Permanent auf WhatsApp, mitteilungsfreudig auf Facebook, sichtbar bei Instagram und erwischt bei Snapchat: Lehrlinge, Praktikanten und Trainees sind als Digital Natives geradezu für die Online-Kommunikation prädestiniert. Doch der Umgang mit sozialen Medien im beruflichen Kontext will gelernt sein. Die Graubündner Kantonalbank GKB gibt ihren Lehrlingen, Praktikanten und Trainees im Rahmen der Ausbildung die Chance, Online-Kommunikation zu lernen.

Lernende der Graubündner Kantonalbank machen nicht nur im Bergwald Nägel mit Köpfen, sondern auch in der Kommunikation.
Lernende der Graubündner Kantonalbank machen nicht nur im Bergwald Nägel mit Köpfen, sondern auch in der Kommunikation.

Mitarbeitende, welche in der Online-Kommunikation wachsen können und hier ihren Platz erhalten, tragen gleichzeitig glaubwürdig zum Employer Branding bei. Dass der Graubündner Kantonalbank GKB beides wichtig ist, beweist sie mit Taten und der Kommunikation im Netz. Sie betreibt eine eigene Seite für Jobs & Karriere, Lehrlinge, Praktikanten und Trainees werden auf einer speziellen Ausbildungs-Seite begrüsst.

Matthias Schneider, HR-Berater Nachwuchs bei der GKB hat meine Fragen zum Jugendförderungs-Programm in den Online-Medien der Graubündner Kantonalbank beantwortet. Herr Schneider, danke, dass Sie sich für meine Fragen Zeit genommen haben, sagen Sie uns bitte

Welche Rolle spielen die Auszubildenden bei der GKB in der Online-Kommunikation?

Auszubildende spielen bei der Graubündner Kantonalbank eine Vorreiterrolle. Im Rahmen einer Roadshow haben die Lernenden und Praktikanten zum Beispiel einen Film erstellt, um alle Mitarbeitenden für das Thema „Social Media und Sicherheit“ zu sensibilisieren. Dieser Film wird allerdings nur für interne Zwecke eingesetzt und ist im Netz nicht zu finden.

Ein anderer Bereich betrifft das Posten von Social Media Inhalten aus Lagern, von Weiterbildungen oder Auslandaufenthalten, welche die Jugendlichen im Rahmen ihrer Ausbildung besuchen. Dazu gibt es zahlreiche Beispiele auf GKB/grow, der Facebook-Seite zum kostenlosen Programm für Jugendliche und Studenten der Graubündner Kantonalbank. Hier setzen die Auszubildenden eigene Facebook-Posts ab. Die Leitung der Community Managements hingegen übernimmt eine andere Stelle bei der GKB.

Ein weiteres Beispiel betrifft ein gemeinsames Filmprojekt. Studenten aus dem Lehrgang Multimedia Production der HTW Chur portraitierten unsere Auszubildenden und zeigen die Vielfalt an Persönlichkeiten, welche sich bei der GKB in der Ausbildung befinden. Eine kleine Auswahl haben wir auf YouTube in einer eigenen Playlist Ausbildung veröffentlicht.

In der letzten Phase ist ausserdem ein Employer Branding Film, wo Auszubildende selbst die Hauptrolle spielen. Dieser ist wird in den nächsten Monaten fertiggestellt und ab Frühling 2016 eingesetzt. Ziel ist es, junge Mitarbeitende für die GKB zu gewinnen bzw. Jugendliche für die Lehre oder das Praktikum bei der GKB zu begeistern. Gezeigt wird der Film dann bei Schulbesuchen und Schnuppernachmittagen sowie natürlich auf unseren eigenen Online-Kanälen.

Auch haben die Lernenden und Praktikanten der Graubündner Kantonalbank die Möglichkeit, diverse Events, wie z.B. das Open Air Lumnezia, Schnuppertage und andere Veranstaltungen wie Berufsmessen mitzugestalten.

Wichtig zu erwähnen ist, dass regelmässige Beiträge via Facebook und Twitter zum Thema Ausbildung veröffentlicht werden. Ebenso werden Informationsveranstaltungen und offene Ausbildungsstellen auf diesen Kanälen nach aussen getragen.

Sie haben auch Accounts bei Twitter und Flickr?

Ja, und auch bei Twitter und dem Bildernetzwerk Flickr unterstützen Auszubildende die jeweiligen Fachabteilungen z.B. bei der Produktion der Inhalte, bei der Koordination der Posts oder der Erstellung und Betreuung der Redaktionspläne. Natürlich sind sie auch selber aktiv mit eigenen Beiträgen.

Wo sonst noch arbeitet der Nachwuchs in der Kommunikation mit?

Wir haben dieses Jahr zum dritten Mal in Zusammenarbeit mit der Stiftung Bergwald Projektwochen organisiert. Damit schaffen wir während vier Wochen an vier verschiedenen Orten für 60 Jugendliche sinnvolle Sommerjobs. Unsere Lehrlinge packen selber mit an. Die in den Projektwochen entstandenen Foto- und Filmaufnahmen werden an einem Abend für die Eltern gezeigt.

In einer der Projektwochen findet zudem immer ein Medientag statt, zu dem regionale Medienschaffende eingeladen werden. Dieser Medientag wird von den Praktikanten in Zusammenarbeit mit der GKB Medienstelle organisiert – von der Einladung bis zur Betreuung vor Ort.

Was tragen Auszubildende zum Employer Branding bei?

Nebst den erwähnten Aktivitäten repräsentieren unsere Lernenden und Praktikanten unsere Bank auf Kununu, wo sie die Gelegenheit haben, die Lehre bei der GKB anonym zu bewerten. Die Graubündner Kantonalbank darf auf eine überdurchschnittlich hohe Anzahl solcher Bewertungen blicken, was auf das Mitspracherecht der Auszubildenden schliessen lässt und dass diese die Möglichkeit nutzen.

Das einflussreichste Medium ist die Mund zu Mund-Propaganda. Wir stellen fest, dass zufriedene Lernende und Praktikanten die GKB in ihrem Umfeld und in der Freizeit als vorbildliche Ausbildnerin weiter empfehlen. Auch an den KV-Schulen vergleichen die Jugendlichen ihre verschiedenen Arbeitgeber, wobei die GKB stets sehr gut abschneidet.

Produzieren die Auszubildenden eigene Inhalte? Im Rahmen von Projekten oder regelmässig als Teil ihres Jobs?

Ja, das tun sie wie bereits dargelegt regelmässig. Wir unterstützen sie und leiten sie dabei an.

Bewirtschaften sie eigene Plattformen? Als Teil ihres Jobs oder in rotated curation?

Diese Aktivitäten werden über den Bereich „Marketing & Kommunikation“ gesteuert. Die Auszubildenden werden aber je nach Thema seitens der Personalentwicklung einbezogen und übernehmen eigene Aufgaben und Beiträge.

Welche Art von Coaching erhalten die Auszubildenden? Welche Rolle spielt die Ausbildung/Berufsschule?

Die Jugendlichen erhalten Informationsunterlagen für das Erstellen von Beiträgen. Ebenfalls profitieren sie von persönlicher Unterstützung seitens der Abteilungen Personalentwicklung und Marketing & Kommunikation. Grössere Projekte werden eng von der Personalentwicklung betreut und begleitet, wobei die Türen der Ausbilder jederzeit auch für andere Themen offen stehen.

Wo sind die Hürden?

Eine Herausforderung ist es, die eher lockere Sprache der Jugendlichen und den Anspruch einer Bank an professionelle Kommunikation in Einklang zu bringen. Unserer Meinung nach gelingt das bisher gut. Die Lernenden und Praktikanten schätzen es – im Rahmen einiger Leitplanken – Beiträge in ihrem eigenen Stil zu verfassen. Ziel ist, dass die Botschaften bei den Empfängern ankommen, verstanden werden und auf die Arbeitgebermarke der GKB einzahlen.

In wie vielen Berufen bilden Sie aus? Wie viele Lehrlinge?

Die Graubündner Kantonalbank bietet die Berufslehre als Kaufmann/frau Branche Bank sowie das Praktikum für den Bankeinstieg für Mittelschulabsolventen. Total verfügen wir über 85 Ausbildungsstellen, wobei zwei Drittel Lernende sind.

Kennen Sie Projekte wie z.B. Die Lehrlingsfiliale wo Auszubildende während einer bestimmten Periode selbständig «den Laden schmeissen»?

Selbstverständlich. Wir haben jedoch die Erfahrung gemacht, dass es mindestens so erfolgversprechend ist, die Auszubildenden gleich on-the-job in der Abteilung einzusetzen und ihnen entsprechende Verantwortung zu übertragen. Darüber hinaus kommen die Praktikanten im Rahmen eines mehrtägigen Projektes in den Genuss, eine Bank zu gründen und erfolgreich an die Börse zu bringen. Dieses Spiel dient dazu, den in der Ausbildung gelernten Stoff anzuwenden und die komplexen Zusammenhänge zu festigen.

Was geben Sie Unternehmen auf den Weg, die Lehrlinge in die Kommunikation einbinden und aktivieren wollen?

GKB Matthias SchneiderZentral sind gegenseitiges Vertrauen und die Freude, gemeinsam etwas gestalten zu wollen. Jugendliche engagieren sich viel stärker wenn ihnen Verantwortung übertragen wird. Auch sollte es möglich sein, dass gewisse Aspekte nicht den typischen „Employer Branding Touch“ tragen müssen. So können sich die Jungen in ihrer Sprache und einem authentischen Stil äussern. Wichtig ist auch, dass die Lernenden und Praktikanten von einem Coach begleitet werden und sich bei Fragen jederzeit an ihn wenden können. Schliesslich ist es von Vorteil, sich regelmässig mit der jeweiligen Kommunikationsabteilung auszutauschen.

Vielen Dank, Matthias Schneider, für das Gespräch
Matthias Schneider (Jg. 1978), befasst sich leidenschaftlich mit der Ausbildung von Jugendlichen. Der 36-jährige hat nach der Lehre bei einer Grossbank direkt in die Lehrlingsausbildung gewechselt. Bei der Bank der Bündner ist er seit über elf Jahren als HR Berater Nachwuchs tätig. In dieser Zeit hat er über 300 Auszubildende begleitet. In einem Referenten-Mandat für die ibW Höhere Fachschule Südostschweiz teilt er seine langjährige Erfahrung im Recruiting- und Ausbildungsbereich mit zukünftigen Berufsbildnern.

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