Wie SEO die Online-PR verstärkt: 10 Fragen an die SEO-Expertin Lucia Yapi

Lucia Yapi - Portrait HQ quadrat
SEO Spezialistin Lucia Yapi

Top Content zu erstellen ist das Eine. Bei Google gefunden zu werden jedoch das Andere. Gerade kleine und mittelgrosse Unternehmen sind auf eine gute Präsenz in Suchmaschinen angewiesen, um neue Kunden anzusprechen. SEO (Suchmaschinen-Optimierung) ist darum in der Online-Kommunikation ein strategisch wichtiges Thema. Wie PR und SEO zusammenspielen wollte ich von der Expertin und ehemaligen Google Schweiz-Mitarbeiterin Lucia Yapi wissen und habe ihr 10 Fragen gestellt:

Der neue Corporate Blog ist aufgeschaltet, jetzt muss Traffic her. Wie packt man es konkret an, dass man gefunden wird?

Zunächst sollte man natürlich dafür sorgen, dass der Blog die grundlegenden technischen SEO-Kriterien einhält. Am besten orientiert man sich dabei an Google’s Richtlinien für Webmaster: Wenn der Blog auf der gleichen Domain wie die eigene Website läuft, kann diese von der Präsenz und dem Traffic der neuen Besucher ebenso profitieren. Dazu sollte der Blog als Verzeichnis (domain.ch/blog) und nicht als Subdomain (blog.domain.ch) integriert werden. Auch die Einbettung der diversen Social Media Plattformen auf den einzelnen Blog-Artikeln ist wichtig, damit darüber informiert und diskutiert werden kann.

Redaktoren sind keine SEO-Spezialisten, wie können sie dennoch zu SEO beitragen?

Wenn Redaktoren und Journalisten die grundlegenden SEO-Techniken kennen, können sie für für Nutzer und Suchmaschinen gleichermassen attraktiven Text sorgen. Da Nutzer im Web die Texte eher scannen als lesen, ist eine gute Textstruktur mit ansprechenden Zwischenüberschriften sehr wichtig. Zudem sollten sich die wichtigsten Aussagen, also die Antworten auf die klassischen W-Fragen, im ersten Drittel des Textes befinden. Und dabei fliessen auch die wichtigsten Keywords und Wortgruppen rund um das Thema ein, die von den Nutzern dazu gesucht werden könnten.

SEO funktioniert über Schlüsselwörter (Keywords). Welche Rolle spielen Bilder?
Inzwischen benötigt es viel mehr Elemente als nur einige Keywords. Statische und bewegte Bilder spielen eine sehr wichtige Rolle, da sie einen Text bereichern können. Durch diese Zusatzinformation steigert sich nicht nur der Mehrwert für den Nutzer sondern auch die Präsenz auf Google. Denn einerseits bewertet Google wertvolle und vielseitige Inhalte zu einem Thema sehr positiv, andererseits werden Bilder und Videos auch in den separaten Suchmaschinen gesucht und gefunden. YouTube ist übrigens die zweitgrösste Suchmaschine weltweit.
„Content is King, Context is Queen“: Was sagst du zu dieser Aussage?

Ich kenne „Content is King, and the website is its kingdom“. Eine Website muss also so gebaut werden, dass sie dem reichhaltigen Content ermöglicht, gefunden zu werden. Guter Content besteht aus zahlreichen Formaten, die ein Thema im gesamten Kontext beleuchten und den Besucher zur Interaktion animieren.Google setzt beim Ranking immer mehr auf Kontext anstatt auf Keywords und kann diesen auch zuordnen. Dies ist z.B. an der immer stärker verbreiteten Präsenz des Knowledge Graphs auf Google erkennbar.

Nützen Social Media auch für SEO? Falls ja, wie?
Auch durch die Signale, die über die diversen Plattformen generiert werden (Social Signals), misst Google das Publikum, den Interessensgrad und somit die Autorität einer Seite. Natürlich ist das nur ein Element von vielen, zumal es auch hier auf die richtige Mischung von Quantität und Qualität ankommt. Doch man sollte diejenigen Social Media Plattformen, auf denen die eigene Zielgruppe präsent ist, unbedingt nutzen – idealerweise in Abstimmung mit der Zielsetzung der Suchmaschinenoptimierung.
Ressourcen sind knapp, und es liegt nahe, Inhalte mehrfach auf weiten Plattformen wie medium, LinkedIn Pulse oder Facebook Instant Articles einzusetzen. Ist das Duplicate Content?

Bei mehrfacher Verwendung des gleichen Contents auf diversen Plattformen ist es wichtig, die Originalquelle im Programmiercode durch eine zusätzliche Zeile zu kennzeichnen. So weiss Google, welche URL man bevorzugt. Dies nennt man Kanonisierung der URLs. Besonders relevant ist dies, wenn die redundante Publizierung auf der eigenen Website stattfindet. Duplicate Content führt zu keiner Abstrafung einer Seite, sondern dazu, dass nur eine Quelle von Google angezeigt wird. Und normalerweise möchte man als Publisher kontrollieren, welche dies ist.

Immer mehr Menschen lesen auf ihren Smartphones. Was ist hier in bezug auf SEO zu beachten?
Inzwischen finden mehr Google-Suchen auf mobilen Geräten statt als auf Desktops. Eine mobile-freundliche Seite ist darum seit April 2015 offiziell ein wichtiges Kriterium für ein gutes Ranking auf Google, evt war es dies bereits vorher. Google hat dieses Update sehr weitläufig angekündigt und unterstützt durch diverse Guides und Tools. Die klare Empfehlung ist, eine Website im responsive Design zu programmieren, die alle Geräte bedient. Und die eigene Zielgruppe sollte bei der Wahl und Darstellung der Inhalte stets im Vordergrund stehen.
Ich treffe regelmässig auf Seiten, die den Content in pdf’s verpacken. Was ist deine Meinung dazu?

Ein Klick auf ein PDF stellt meist eine Sackgasse dar, denn der Nutzer besucht nicht direkt die Website sondern bleibt auf diesem Dokument und entdeckt nicht die weiteren Inhalte des Publishers. Idealerweise platziert man darum die zentralen Inhalte nicht in PDFs sondern auf der Website. Nützliche Zusatzinformationen, Checklisten und Zusammenfassungen sind jedoch gut publizierbar in PDFs. Wenn diese im Kontext der Website eingebettet und zum Inhalt passend bezeichnet sind, können sie sehr gut auf Google gefunden werden.

Welche Rolle spielt die Usabilty der Website für SEO?
Gebaut mit http://frame.lab25.co.uk/
Google Analytics zeigt, wie die Seite gefunden und genutzt wird.

Die Benutzerfreundlichkeit einer Website ist inzwischen zusammen mit dem Content das zentrale Kriterium für eine gute Präsenz auf Google. Denn Google möchte relevante und gute Websites zuoberst anzeigen, die den Nutzern gefallen. Sonst googeln sie nicht mehr sondern verwenden andere Suchmaschinen. Seit Jahren verwendet Google z.B. die kurze Ladezeit einer Website als Signal. Auch das Update zur Mobile-Tauglichkeit ist in diesem Kontext zu sehen. Je verständlicher strukturiert, transparenter formuliert und übersichtlicher designt, umso besser für die Nutzer, ergo auch für Google.

Und zum Schluss: Welche SEO-Tools empfiehlst du Kommunikatoren und Redaktoren?

Das wichtigste Tool ist sicherlich die Google Search Console, die jeder Website-Inhaber einrichten und mit Google Analytics verknüpfen sollte. Denn auf dieser Plattform kommuniziert Google seine Sicht zur Website. Für ein regelmässiges Monitoring der Performance benötigt man professionelle kostenpflichtige Tools wie z.B. XoviSearchmetricsOnPage.org, Sistrix oder Seolytics. Diese lassen sich für einen bestimmten Zeitraum auch gratis testen bzw eingeschränkt nutzen. Ein umfangreicher und schneller Check der wichtigsten Kriterien ist auch mit einem Tool wie z.B. Seorch möglich. Ein aktueller Vergleich der grössten SEO-Tools findet sich auf Netzsieger.

Für Kommunikatoren und Redaktoren gibt es spezifische Tools. Bei der Texterstellung helfen klassische Synonyme-Tools wie Woxikon genauso wie Stil-Tester, welche die Verständlichkeit eines Textes analysieren wie zum Beispiel das Textanalysetool von Schreiblabor.  Natürlich kann man auch mit mit einem Tool z.B.  die Dichte von Keywords messen, um eine zu penetrante Wiederholung des gleichen Wortes zu vermeiden. Und es gibt Tools, die prüfen, wie die wichtigsten Meta Tags aussehen würden. Einen Eindruck über Backlinks (also Links, die auf die eine Seite verlinken) gewinnt man z.B. mit Ahrefs.

Die grösste Schwierigkeit liegt meist nicht in der Anwendung diverser Tools sondern in der Interpretation der Daten. Denn konkrete Handlungsempfehlungen muss man selbst ableiten und umsetzen.

Wer ist Lucia Yapi?

Lucia Yapi ist seit 2002 im Online Business tätig und war drei Jahre Key Account Managerin bei Google Schweiz. Während ihrer fünf Jahre beim Migros Genossenschafts-Bund arbeitete sie zuerst als Search Business Consultant und später als Leiterin des Web Intelligence Teams. Mit ihrer Yapi Web GmbH berät sie kleine und mittelgrosse Unternehmen für die erfolgreiche Umsetzung von Suchmaschinenmarketing. Das leistet sie mit praxisnaher Hilfe zur Selbsthilfe, Schulungen sowie als Beraterin und Sparring Partner massgeschneidert nach den Bedürfnissen ihrer Kunden.

 

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