Social Media in der Schweiz: Neue Zahlen für 2016

Wie sieht die Nutzung von Social Media in der Schweiz aus? Jetzt sind die neuen Zahlen für 2016 da. Die Schweizer Agentur xeit Gmbh hat dieses Jahr schon zum siebten Mal ihre Online-Umfrage durchgeführt. 1’089 Fragebögen wurden in der Zeit vom 24. Februar bis 18. März 2016 ausgefüllt, die Teilnehmer beantworteten 45 Fragen in 5 Kategorieren. Zahlenmaterial zur Schweiz gibt es wenig, das Interesse am Thema ist aber gross. Die Resultate zur Nutzung 2015 waren in diesem Blog im letzten Jahr der am zweitbesten gerankte Beitrag.

Social Media ist für die Schweizer zwar zum Teil des Alltags geworden, das Thema bleibt aber durch immer neue Anwendungen und Trends in Bewegung, Snapchat lässt als Ephemeral Medium grüssen. In den Resultaten habe ich mein Augenmerk primär auf Entwicklungen und Auswirkungen aus Blick der Unternehmenskommunikation gerichtet.

News sind gefragt

Das Smartphone ist immer dabei und das Angebot, das mobil genutzt werden kann, ist vielfältig. Favorit bleiben jedoch News, welche täglich (37%) bis mehrmals täglich (35%) konsumiert werden. Da stellt sich die Frage, wo News aufhören und Blogs anfangen. Dazu hält Xeit richtig fest:

Viele Leser sind sich nicht immer bewusst, dass sie im Internet gerade einen Blogpost lesen. Oft ist die gestalterische Entwicklung sehr ähnlich mit derer von Webseiten, wodurch eine Abgrenzung schwieriger wird.

Unternehmen, die es schaffen Inhalte aufzubereiten, die für ihre Anspruchsgruppen relevant sind, haben eher die Chance von ihnen im Kampf um Aufmerksamkeit wahr- und angenommen zu werden. Das bedeutet, dass sie konsequent den Leser mit seinen Bedürfnissen und nicht das Produkt ins Zentrum stellen. Dabei muss es sich nicht um News im klassischen Sinn von Nachrichten handeln. Nützliche Inhalte, die Orientierung schaffen und helfen, ein Problem zu lösen, gehören genauso dazu. Kommunikatoren sollten sich aber immer bewusst sein, dass der Content mobil konsumiert wird. Will heissen: Die Seite muss schnell laden (Google Mobile Search belohnt das), leicht verständlich geschrieben und mit Textdesign visuell organisiert sein.

Fakten zum Blog

Blogs werden für die Informationsbeschaffung immer wichtiger, gelesen werden sie meist zu Hause oder unterwegs (Abbildung 13). Damit gewinnen sie auch für Unternehmen an Gewicht. Ich stelle in meinem Umfeld fest, dass zur Zeit immer mehr Unternehmen einen Blog evaluieren und/oder darüber nachdenken, mit einem Newsletter regelmässig über das zu berichten, was sie tun. Allerdings tut sich hier beim Blick auf die Resultate eine Schere auf. Jeder zehnte Befragte bloggt selber aktiv. Pro Beitrag wird im Durchschnitt eine gute Stunde für die Produktion eingesetzt und 2.5mal pro Woche gepostet. Das ist eine stolze Leistung bei kleinem Zeiteinsatz, die ich für Unternehmen nicht für realistisch halte.

Dann gibt es die andere Gruppe, welche noch nicht dazu gekommen ist, einen Blog zu starten und das insbesondere nicht gemacht hat, weil sie Bloggen als zu zeitaufwändig erachtet. Das bringt mich zur Vermutung, dass diese Gruppe wohl auch mehr Zeit in einen Beitrag investieren würde. Für Unternehmen scheint mir ein Zeitaufwand von 5 bis 8 Stunden pro Beitrag weit realistischer zu sein. Ein Beitrag braucht neben der reinen Planung auch Zeit für Recherche und Gespräche, Schreiben, Bildredaktion, interne Abstimmung, SEO-gerechte Aufbereitung und Vermarktung.

Was die Frequenz anbelangt so vertrete ich die Meinung, dass nicht in erster Linie die Anzahl Beiträge pro Woche relevant ist. Vielmehr geht es darum, dass ein Unternehmen eine regelmässige Erscheinungsweise sichert und diese so taktet, dass sie mit den vorhandenen Ressourcen auch langfristig zu stemmen ist. Dann kann ein Beitrag pro Woche oder gar alle zwei Wochen absolut ausreichend sein. Ein Blog ist Aufbauarbeit, es dauert einige Monate bis ein Jahr, bis eine Leserschaft beisammen ist. Ist von vornherein klar, dass nicht mehr wie 12 Beiträge pro Jahr veröffentlicht werden können würde ich von einem Blog absehen. Dann muss ein Newsbereich reichen.

Xeit Studie 2016 Social Media Blog Konsum

 

Facebook ist nicht tot, Instagram kommt

Soziale Netzwerke gehören heute zum alltäglichen Leben, allerdings werden sie zu Hause sehr viel intensiver genutzt, 88% tummeln sich täglich ein oder mehrere Male auf Social Media. Am Arbeitsplatz ist die Nutzung mit 24% täglich und 28% mehrmals täglich deutlich zurückhaltender. Die Nase vorn hat weiterhin Facebook, auch wenn es einige User weniger nutzen wie im Vorjahr hat die Nettonutzung dennoch zugenommen.

Am meisten zugelegt hat Instagram, 35% der Befragten nutzen die FoXeit Studie 2016 Social Media Instagramto-App mehr als noch vor einem Jahr. Häufiger wie im Vorjahr genutzt werden auch Snapchat (23%) und Pinterest (17%). Verlierer sind Google+ und Twitter, welche beide 24% bzw. 25% der Befragten gegenüber dem Vorjahr weniger nutzten. Es gibt aber unter den 1’089 Befragten auch viele, welche den abgefragten Sozialen Netzwerken fern bleiben. Am wenigsten bei Facebook, am meisten bei Snapchat, Pinterest und Twitter (siehe Abbildung 16)

Im Business-Bereich sind die Nutzerzahlen bei Xing und Linkedin ungefähr gleich, bei beiden Netzwerken geben fast die Hälfte der Befragten an, dass sie noch nie auf diesen Plattformen waren.

SoLoMo – Social Local Mobile lautet die Formel der Online Mediennutzung und local bedeutet, dass 56% der User die standortbezogenen Dienste von Facebook nutzen, 34% haben bei Instagram Bilder mit Geodaten versehen.

Unterhaltung ist Trumpf

Unternehmens-Accounts haben durchaus Chancen in den Sozialen Netzwerken Anhänger zu finden, 79% der Befragten folgen Unternehmens-Accounts auf Facebook (+5% gegenüber Vorjahr), 38% folgen einem Account auf Instagram, hier beträgt die Zunahme gegenüber Vorjahr satte 15%. Auch bei Twitter (34%) und YouTube (33%) wird Unternehmen gefolgt.

Konsequent ins Zentrum gehört Leser mit seinen Bedürfnissen und nicht das Produkt.

Die User erwarten unterhaltsame Beiträge und Informationen zu Themen, welche das Unternehmen oder die Marke betreffen. Gewinnspiele vermögen längst nicht mehr bei allen Zielgruppen zu punkten. Allerdings braucht es ein gutes Gespür: jeder zweite der Befragten ist bei Seiten wieder abgesprungen, weil sie zu viel gepostet haben, 35% haben festgestellt, dass ihnen Unternehmen oder Marke nicht mehr gefällt und fast jeder Dritte sah sich getäuscht weil mehr versprochen wie gehalten wurde.

Dieser Blogbeitrag greift nur einen Teil der Ergebnisse auf. Die ganze Studie kann als Printversion bei der Online-Agentur xeit gmbh bestellt werden.

 

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