5 Tools für die Content-Steuerung und Zusammenarbeit im Corporate Newsroom

Tools für Content-Steuerung und Zusammenarbeit im Corporate Newsroom dirico, Scompler, uhub, Desk-Net, Imory
Logos im Uhrzeigersinn: Scompler, uhub, Imory, Desk-Net und dirico

Wenn Sie schon einmal einen Redaktionsplan entwickelt haben, der den Ansprüchen einer integrierten und crossmedialen Kommunikation gerecht werden musste, wissen Sie: Excel ist damit hoffnungslos überfordert. Es muss also eine andere Lösung her! In der Vergangenheit sind mir im Zusammenhang mit dem Corporate Newsroom fünf Content-Tools für die strategische Themenplanung und operative Redaktionsarbeit aufgefallen: Desk-Net, Dirico, Imory, Scompler und uhub. Ich habe sie mir alle angeschaut und mit den Gründern und Entwicklern gesprochen, um die jeweiligen USPs zu erkennen.

Was Sie hier von mir bekommen, ist ein Überblick und ein Zugang zu möglichen Lösungen. Was Sie selber tun müssen? Finden Sie mithilfe meiner Checkliste zur Tool-Evaluation heraus, welche Lösung für Ihre Organisation die passende ist. Klären Sie insbesondere, welche Aufgaben und Prozesse Sie mit einem Content-Tool unterstützen wollen. Vor allem aber: kein noch so gutes Tool wird eine fehlende Content-Strategie ersetzen. Sorry, ist leider so, das haben mir alle meine Gesprächspartner bestätigt.

Kein detaillierter Toolcheck, aber ein Kompass

Na, dann wollen wir mal. Eins vorab: Sie bekommen hier keinen Toolcheck. Das, was ein Tool für eine Organisation leisten kann, hängt von nämlich von Ihren Ansprüchen und Rahmenbedingungen ab – ein Toolcheck hilft da nur bedingt, wenn er nicht sogar irreführend ist. Was ich deshalb stattdessen für Sie aufgebaut habe, ist eine strukturierte Vorstellung der fünf Angebote, die ich in alphabetischer Reihenfolge vorstelle – dieser Beitrag ist zwar eine Liste der Besten, aber keine Rangliste. Meine Gesprächspartner habe ich um Folgendes gebeten:

  • Eine kurze Aussage, warum sich ihre Lösung für einen Corporate Newsroom besonders gut eignet
  • Ein Präsentationsvideo, soweit vorhanden
  • Drei bis fünf Produktbilder
  • Drei Referenzen mit Priorität auf der Schweiz
  • Drei geplante Verbesserungen/Veränderungen in den nächsten sechs Monaten
  • Mindestpreis pro Lizenz bzw. Nutzerin

Ergänzt habe ich, was ich aus den jeweiligen Gesprächen und Produktvorführungen mitgenommen habe.

Es ist mir wichtig zu betonen, dass ich zwar mit verschiedenen Anbietern fachlich verbunden bin. Eine finanzielle Zusammenarbeit gibt es aber in keinem Fall. Diese Unabhängigkeit, auch zum Wohl meiner Kunden, ist mir ein grosses Anliegen.

Die Tool-Welt dreht sich schnell, und wenn Sie eine Anwendung kennen, die in dieser Liga für den DACH-Raum mitspielen kann, freue ich mich über einen Hinweis in den Kommentaren.

Desk-Net – Themenplanung leicht gemacht

Matthias Kretschmer, warum eignet sich Desk-Net besonders gut für einen Corporate Newsroom?
Matthias Kretschmer, CEO & Founder Desk-Net GmbH

„Aus dem Nachrichtengewerbe kommend (TX Group, NZZ, Blick), ist Desk-Net das Tool für mittlere bis grosse Newsrooms. Von der Content-Strategie bis zur operativen Planung deckt Desk-Net die koordinativen Tätigkeiten ab und integriert sich mit anderen Best-of-Breed-Lösungen (primär: Headless CMS).“

Ein Präsentationsvideo zu Desk-Net gibt es nicht.

Produktbilder
Referenzen
In der Pipeline: Drei Verbesserungen und Veränderungen, die in den nächsten sechs Monaten anstehen
  • Umfassende Überarbeitung des User-Interfaces
  • Leistungsfähige Content-Strategie-Funktion
  • iPhone-App
Mindestpreis pro Lizenz

230 Euro pro Monat für max. fünf User (Preisangabe von Desk-Net, ohne Gewähr, Stand Juli 2021)

Was ich aus dem Gespräch mit Matthias Kronemann, Account-Manager DACH, mitgenommen habe:
  • Desk-Net ist eine Lösung, die primär für die Corporate Communications von kommunikationsstarken Unternehmen gedacht ist.
  • Die strategische Themenplanung gehört bei Desk-Net dazu, der Schwerpunkt liegt aber nach meiner Wahrnehmung auf der operativen Umsetzung über Aufgaben-Management und Mitarbeitersteuerung.
  • Desk-Net ist statusgetrieben, wobei Kunden die Projektschritte selber festlegen und auch danach filtern können.
  • Es wird nicht der gesamte kommunikative Workflow abgebildet, sondern es werden nach dem Best-of-Breed-Ansatz für verschiedene Aufgaben die aus Entwicklerinnensicht besten Anwendungen über Schnittstellen eingebunden.
  • Die Abwesenheitslisten zeigen die Verfügbarkeit von Mitarbeitenden.
  • Für das zweite Semester 2021 ist ein Relaunch geplant.

Weitere Informationen zu Desk-Net gibt es direkt beim Anbieter.

dirico – Content Collaboration-Plattform für Teams

Sascha Böhr, warum eignet sich dirico besonders gut für einen Corporate Newsroom?
Sascha Böhr, CEO dirico

„Jeder Newsroom braucht eine leistungsstarke und flexible Software, mit der sich die Themen- und Redaktionsplanung sowie das Social Media-Management zentral abbilden lassen. dirico transformiert die abteilungs- und standortübergreifende Kollaboration im Marketing und in der Unternehmenskommunikation.“

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Referenzen
In der Pipeline: Drei Verbesserungen und Veränderungen, die in den nächsten sechs Monaten anstehen
  • Ausbau der Microsoft 365-Integration in dirico (z.B. automatische bidirektionale Synchronisation des globalen Chats in dirico mit MS Teams + Sharepoint-Anbindung) 
  • Erweiterte Funktionen für agiles Projektmanagement bei der Themen- und Redaktionsplanung
  • Verbessertes Workflow-Management zur Automatisierung von Abläufen und Prozessen
Mindestpreis pro Lizenz

Die Nutzung der Software dirico startet ab 720 Euro pro Monat. Im Preis inbegriffen sind fünf Benutzerlizenzen und zwei Social Media-Kanäle (Preisangabe von dirico, ohne Gewähr, Stand Juli 2021)

Was ich aus dem Gespräch mit Sascha Böhr, CEO von dirico, mitgenommen habe:
  • dirico will Unternehmen helfen, die Themen- und Redaktionsplanung sowie das Social-Media-Management an einem zentralen Ort zu planen, zu kreieren und zu veröffentlichen. Dazu gehören auch die Erfolgsauswertung und die Datenanalyse.
  • Eine besondere Stärke von dirico liegt in der Kollaboration und im Projektmanagement, das Tool bildet den ganzen Content-Workflow ab.
  • Aufgefallen ist mir die dirico-Timeline (siehe Galerie), eine Zeitleistenansicht für die langfristige Themenplanung, bei der die zugehörigen Storys und die Anzahl der redaktionellen Beiträge angehängt sind. Mit dem Zeitleisten-Zoom lässt sich der Zeitraum frei wählen, vom Jahres- bis zum Wochenplan.
  • Inhalte für Social Media können erstellt werden, durch die API können beispielsweise für LinkedIn auch schon im Tool die mentions (@) angelegt werden und die Bildmasse werden automatisch an die Anforderungen des Channels angepasst. Bildposts, Reels und Karussell-Beiträge lassen sich mit dirico nativ platzieren.
  • Für das Community-Management gibt es ein Ticket-System, Rückgriff auf Antwort-Templates und die Möglichkeit, Personen zu kategorisieren (Influencer)
  • Externen Personen kann der Zugriff auf Beiträge gewährt werden, die Anbindung von Microsoft Teams ermöglicht den globalen Chat.
  • dirico funktioniert als zentrales System zur Orchestrierung von Monitoring (via Talkwalker oder Argus), Assets (DAM von Drittanbietern) und Beiträgen auf unterschiedlichen Channels, die durch Schnittstellen angebunden sind.

Weitere Informationen zu dirico gibt es direkt beim Anbieter.

Imory – Das NEUE zusammen

Eckhard Klockhaus, warum eignet sich Imory besonders gut für einen Corporate Newsroom?
Eckhard Klockhaus, Geschäftsführer Imory Gmbh

„Imory bildet die gesamte Zusammenarbeit der Kommunikationsabteilungen ab und verschafft den Überblick: Von der Pressekommunikation über Social Media und Online bis zur internen Kommunikation. Einfachste Bedienbarkeit, durchgehende Prozessabbildung und die Integrationsmöglichkeiten in bestehende IT-Systeme machen Imory zu mehr als einem Tool. Mit Imory bekommt der Anwender die Plattform, die Spass, Kreativität und Planbarkeit miteinander verbindet.“

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Referenzen

Imory gibt keine Kundendaten raus, der Nutzerkreis der Kunden bewegt sich zwischen 8 bis 150 Anwenderinnen.

In der Pipeline: Drei Verbesserungen und Veränderungen, die in den nächsten sechs Monaten anstehen

Imory hat im Juni das neue „Major Release“ vorgestellt. Besondere Highlights sind die neue Oberfläche, die eine schnelle Einarbeitung und intuitive Nutzung sichert, viele neue KI-Dienste, von der KPI-Messung bis zur automatischen Transkript-Funktionen für Videos, und Kollaborationsdienste. Mehr Informationen entnehmen Sie dem Video oben.

Mindestpreis pro Lizenz

Die Lizenz von Imory kostet inklusive aller Kosten 280 Euro je User pro Monat. Read-Only-Lizenzen, Info-Screen und Reporting-Clients sind kostenlos und erlauben so den wirtschaftlich günstigen Einsatz in grossen Organisationen (Preisangabe von Imory, ohne Gewähr, Stand August 2021)

Was ich aus dem Gespräch mit Eckhard Klockhaus, Gründer und Geschäftsführer von Imory, mitgenommen habe:
  • Die Lösung von Imory ist datenschutzkonform, betriebsratskonform, barrierefrei und mehrsprachig mit integriertem Chat für den Austausch mit Team-Kolleginnen und -Kollegen.
  • Den Kunden stehen drei Clients zur Verfügung, ein Rich Client (für PC/Laptop/Tablet), ein Smartphone Client und ein Kiosk Client (für die Projektion an die Wand im physikalischen Newsroom).
  • Die Anwendung ist in vier Hauptbereiche aufgeteilt: Planung, Produktion, Resonanz und Monitoring. Der Feed gibt den Überblick über aktuelle Themen und Jobs.
  • Medienanfragen, die per Mail eingehen, können direkt ins Tool übergeben werden. Eingebaut ist auch eine KI-basierte Suche und Sortierung sowie der Rückgriff auf Sprachregelungen.
  • Um Ideen ins Tool einzubringen, muss man nicht registrierter (bezahlender) User sein, das funktioniert auch über eine Mailschnittstelle.
  • Teams (User und Externe) arbeiten in Imory gemeinsam an Texten, sodass keine Word-Dateien mehr hin- und hergeschickt werden müssen. Imory steuert das Life-Cycle-Management von Pressemitteilungen.

Weitere Informationen zu Imory gibt es direkt beim Anbieter.

Scompler – Das Content Command Center

Mirko Lange, warum eignet sich Scompler besonders gut für einen Corporate Newsroom?
Mirko Lange, Gründer und Geschäftsführer Scompler Technologies

„Einfacher gemeinsam besser werden! Scompler hebt das Verständnis von Content, die Arbeit mit Themen und das Denken in Stories auf eine ganz neue Stufe: für die Steuerung des Newsrooms als auch für strategisches Storytelling, Social Media, Content Marketing, interne Kommunikation und Corporate Publishing.“

Mirko Lange zum Content Command Center (Kommunikationskongress 2021)
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Referenzen
In der Pipeline: Drei Verbesserungen und Veränderungen, die in den nächsten sechs Monaten anstehen
  • Smart gendern: Add-on im Text Editor
  • Aggregierte KPIs
  • Community Management
  • Integration Press Relations
Mindestpreis pro Lizenz

Flexibles Preismodell nach Funktionsumfang und Menge der Lizenzen: 50 bis 200 Euro pro Lizenz (Preisangabe von Scompler, ohne Gewähr, Stand August 2021)

Was ich aus dem Gespräch mit Mirko Lange, Gründer und Geschäftsführer von Scompler Technologies, mitgenommen habe:
  • Scompler sichert als Content Command Center nicht nur die Content-Strategie, es ist auch ein Arbeits- und Kollaborationstool, das Abstimmungsprozesse über diverse Formen von Konferenzen stützt.
  • Der Aufbau der Themenarchitektur, aus denen sekundäre Themen abgeleitet werden und mit einem mit Themen-Scoring gewichtet werden, ist eine der Stärken von Scompler. Allerdings auch eine Herausforderung: Das Tool kann natürlich nur abbilden, was die Kommunikation zuvor erarbeitet hat.
  • Interessant fand ich den Hinweis von Mirko Lange zum Thema Transparenz, das ja eines der Ziele des Newsrooms ist. Sind alle Informationen bis ins Detail sichtbar, kann die Übersicht auch leiden; Mirko Lange nennt das „zu viel Holz“. Abhilfe schafft eine Vielzahl von Ansichten, über die alle nur so viel sehen, wie für ihre Aufgabenerfüllung nötig ist.
  • Bei der Anmeldung sehen User, welche Aufgaben für die nächsten drei Tage anstehen und in welche Projekte sie eingebunden sind.
  • Themen, die in Scompler angelegt sind, können entweder für die Redaktions- oder für die Themenkonferenz aktiviert werden. Das hilft, diese Konferenzen besser zu fokussieren.
  • Auswertungen zum Beispiel nach Themen, Kanälen und Content-Typen, aber auch nach Fachbereichen in der Organisation, halten dem Newsroom den Spiegel vor, wo er in der Umsetzung das Gewicht legt.

Weitere Informationen zu Scompler gibt es direkt beim Anbieter.

uhub – simplify your communication

Olivier Fuchs, warum eignet sich uhub besonders gut für einen Corporate Newsroom?
Olivier Fuchs, CEO uhub.io

„Mit der Abbildung und Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette eines Newsrooms – oder einer Kommunikationsabteilung – werden im Bereich der Effizienz neue Möglichkeiten eröffnet. Mit uhub sind Planung und Content stets im Einklang mit der Strategie, dadurch wird nicht nur effektiver, sondern auch konsistenter kommuniziert.“

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Referenzen
In der Pipeline: Drei Verbesserungen und Veränderungen, die in den nächsten sechs Monaten anstehen

Zur Frage nach den Veränderungen hat mir uhub folgendes zurückgemeldet: „Unser Entwicklungsschwerpunkt in diesem Jahr liegt in den Bereichen Analyse und Kollaboration:

  • Das Modul Analyse wird dir künftig sämtliche Trackingdaten aus deinen verbundenen Kanälen liefern. Das spezielle bei uhub? uhub gibt dir nicht nur die Daten einzelner Kanäle, sondern auch kanalübergreifend pro Story oder Kampagne. Neben retrospektiven Ergebnissen liefert dir uhub zudem auch prädiktive Ergebnisse und damit Handlungsempfehlungen für künftige Kommunikationsmassnahmen. Mit benutzerdefinierten Visualisierungen unterstützt dich uhub dabei, deine Erfolge auch mit anderen zu teilen. Damit die iterative Optimierung der Kommunikationsaktivitäten künftig nicht nur mehr Best-Case-Szenario, sondern selbstverständlicher Alltag wird.
  • Zur weiteren Förderung der eigenen Arbeitsorganisation und der Teamarbeit führt uhub demnächst Workflows mit Benachrichtigungen ein. Mit der Zuweisung von Arbeitsschritten und der Integration eines Freigabe- und Übersetzungsprozesses (auch in Zusammenarbeit mit Externen) werden Abstimmungszeiten verringert und Ressourcen frei für kreative Arbeiten.“
Mindestpreis pro Lizenz

Das Preismodell startet bei fünf Seats (fünf User pro Workspace) für 750 CHF pro Monat. Ab zehn Seats nimmt der Preis pro Seat ab (Preisangabe von uhub, ohne Gewähr, Stand Juli 2021)

Was ich aus dem Gespräch mit Olivier Fuchs, CEO von uhub.io, mitgenommen habe:
  • Auf den ersten Blick ist mir aufgefallen, wie klar und aufgeräumt die verschiedenen Ansichten zu Strategie, Planung und Content wirken. Planungselemente können mit Drag und Drop sehr einfach verschoben werden.
  • uhub bildet die Kernprozesse Strategie, Planung und Contenterstellung ab. Das Modul Analyse ist in Vorbereitung.
  • In der Strategie werden die strategischen Themen, Zielgruppen und Kanäle hinterlegt, sämtliche Strategie-Unterlagen lassen sich in einem verlinkten Miro-Board hinterlegen.
  • Bei der Beitragserstellung müssen mindestens ein strategisches Thema und eine Zielgruppe selektioniert werden, dann schlägt uhub aus den zuvor festgelegten Kanälen den passenden Mix vor.
  • Für Beiträge, die auf „bereit“ gesetzt sind, übernimmt uhub das termingerechte Publizieren.
  • Für Mitarbeitende, für die Leserechte ausreichen, kann der Redaktionskalender, der die eigentliche Schaltzentrale ist, mit einem Link geteilt werden. Das spart Lizenzkosten.
  • Via uhub-Share können Beiträge auch für Mitarbeitende und Ambassadoren bereitgestellt werden, die diese in ihren eigenen Netzwerken teilen können.

Weitere Informationen zu uhub gibt es direkt beim Anbieter.

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